10.06.2007

Woche9: Hamburg Sea Devils vs. Frankfurt Galaxy

Finale Furioso! Hamburg Sea Devils feiern unglaublichen Comeback-Sieg gegen Frankfurt

 

„You’ve got to believe!“ Dies war der Spruch, den die Hamburg Sea Devils sich und ihren Fans vor dem „Spiel des Jahres“ immer wieder einbläuten. Und der Glaube kann Berge versetzen. Dank einer phänomenalen Schlussminute drehten die Sea Devils ein verloren geglaubtes Spiel und siegten mit 36:31.

 

Aufgrund des direkten Vergleichs zwischen Hamburg, Frankfurt und Köln, die alle sechs Siege und drei Niederlagen aufweisen, steht Hamburg weiter auf Rang zwei. Dennoch liegen die Karten der Hamburger auf die Teilnahme am Yello Strom World Bowl XV großartig, da die Galaxy und die Centurions noch gegeneinander spielen müssen. Nur ein Unentschieden im Spiel zwischen den beiden bei einer gleichzeitigen Niederlage der Sea Devils bei Rhein Fire könnte den Hansestädtern die erste Finalteilnahme noch vermiesen.

 

30.528 Zuschauer  - die meisten, die je bei einem Football-Spiel in Hamburg zugegen waren - wurden Zeugen eines unglaublichen Football-Märchens. Erst 48 Sekunden vor Schluss machten die Hamburger dank eines 50 Yard Touchdown Passes von Casey Bramlet (#5, Washington) auf Marcus Maxwell (#19, San Francisco) aus einem 27:31 eine 34:31-Führung. Dann der Spielzug, der alles auf den Kopf stellen sollte. Beim anschließenden Kickoff nahm Frankfurts DeCori Birmingham den Ball in der eigenen Endzone auf und warf einen Pass – ein Regelverstoß. Da er den Ball aus der Endzone geworfen hatte, kam dies einem Safety gleich. Und diese zwei Punkte sicherten den Sea Devils die Tabellenführung.

 

„Ich bin unheimlich stolz auf unsere Jungs“, meinte Sea Devils Head Coach Vince Martino. Am Ende der Begegnung lag es an den ein oder zwei Fehlern, die wir weniger gemacht haben und an einem Spielzug, den ich so noch nicht gesehen habe.“

 

„Jetzt ist es nur noch ein ganz kleiner Schritt Richtung World Bowl. Sollten wir es ins Finale schaffen, hat auch mein Vorgänger und guter Freund Jack Bicknell einen großen Anteil am Erfolg dieser Mannschaft.“

 

Mit 267 geworfenen Yards stellte Bramlet im Spiel gegen die Hessen einen weiteren neuen Teamrekord auf. Maxwell fing indes seinen siebten Saison-Touchdown.

 

Frankfurt begann mit einem Kickoff Return bis an die eigene 41 Yard Linie. Den ersten Spielzug der Offensive stoppte James Hargrave (#58, Detroit) für minimalen Raumverlust. Dann zeigte J.T. O’Sullivan, warum er zu den besten Spielern der Saison gehört. Der Frankfurter Quarterback brachte Pässe über 9, 7, 24 und 13 Yards an. Schnell standen die Gäste an der 7 Yard Linie der Hamburger. Die beiden ersten Versuche brachten nichts ein. Doch im dritten Versuch fand O’Sullivan seinen Tight End James Petrowski für einen Touchdown. Nach nur 3:20 Minuten führte die Galaxy mit 7:0.

 

Hamburg hatte die richtige Antwort parat. Jermaine Allen (#21) nahm den kurzen Kickoff an der eigenen 31 Yard Linie auf und trug ihn bis an die 24 Yard Linie der Gäste. Eine Strafe der Frankfurter beim Kick brachte den Gastgebern weitere 12 Yards. Den Drive begann Casey Bramlet (#5, Washington) mit einem 9 Yard Pass auf Teyo Johnson (#85, Denver). Quentin Griffin (#20) lief zum neuen First Down. Doch in die Endzone packten es die Sea Devils nicht. In drei Versuchen kamen sie nicht voran und so kam Shane Andrus (#3,. Indianapolis) aufs Feld. Der Kicker verwandelte sicher aus 28 Yards. Hamburg hatte auf 3:7 verkürzt.

 

Die Freude hielt nicht lange an. Frankfurt begann den zweiten Drive mit einem 9 Yarder von O’Sullivan auf Brandon MIddleton. Anschließend fand er Jermaine Jamison für 18 Yards. Mit dem Laufspiel gelang weiterhin nichts, weshalb die Galaxy O’Sullivan schalten und walten ließ. Der fand Sha-ron Edwards für 17 Yards und bediente mit dem darauf folgenden Spielzug Middleton mit einem 42 Yard Touchdown Pass. Es stand 14:3 für die Gäste. Wieder konterten die Sea Devils mit einem tollen Return. Griffin trug den Ball 47 Yards zurück. Und wieder erlaubte sich Frankfurt eine Strafe. Die brachte den Hamburgern 10 weitere Yards. Nach zwei erfolglosen Spielzügen fand Bramlet beim dritten Versuch Marcus Maxwell (#19, San Francisco) über 17 Yards. Griffin lief anschließend über 13 Yards bis an die Frankfurter 15 Yard Linie. Von hier aus tankte sich Tony Hollings (#22) 5 Yards voran. Den ersten Touchdown der Gastgeber markierte dann Johnson. Er fing einen kurzen Pass von Bramlet, schüttelte seinen Gegenspieler ab und lief 10 Yards in die Endzone. Hamburg war wieder dran – 10:14. Und noch immer war das erste Viertel nicht vorüber.

 

Die Hamburger Defensive war leider noch immer nicht in der Lage, Frankfurts Passangriff zu stoppen. Nach einem guten ersten Versuch, in dem die Defensive Line O’Sullivan zu einem Verzweiflungswurf zwang, brachte der Spielmacher fünf Pässe in Folge an, die die Gäste bis an die Hamburger 33 Yard Linie brachten. Von dort brachte der erste gute Laufspielzug der Galaxy das Team aus Hessen bis an die 16 Yard Linie. Zwei Spielzüge später fiel der nächste Touchdown der Gäste. Robert Ortiz fing einen 15 Yarder von O’Sullivan. Zu Beginn des zweiten Viertels führte Frankfurt mit 21:10. Wieder war die Offensive der Hanseaten gefragt. Die begann den Drive mit einem 5 Yard Lauf über Hollings. Justin Jenkins (#11) fing dann einen Pass für einen neuen ersten Versuch. Nach zwei Läufen von Hollings über 8 Yards misslang der dritte Versuch. Nach einem Punt von Adam Anderson (#17, Atlanta) starteten die Frankfurter an der eigenen 20 Yard Linie. Und endlich konnte die Defensive der Hansestädter ihren Fans etwas bieten. Sie stoppte einen Lauf und einen kurzen Pass. Beim dritten Versuch endlich ein „Big Play“. Thomas Smith (#98) schnappte sich O’Sullivan und brachte ihn für 11 Yards Raumverlust.

 

An der eigenen 35 Yard Linie beginnend starteten die Sea Devils mit einem 11 Yard Pass auf Juan Wong (#13). Es war der erste Catch der Saison für den Mexikaner. Kurz darauf bediente Bramlet Mike Pinkard (#86) für 16 Yards. Maxwell bekam dann den Ball übergeben und lief 10 Yards. Nach einer Strafe gegen die Galaxy folgten zwei Läufe von Hollings über 7 und 11 Yards. Den einen verbliebenen Yard bis in die Endzone erledigte der Chef selbst. Bramlet punktete mit einem Quarterback Sneak. Hamburg lag nur noch mit vier Zählern im Rückstand. Es stand 17:21.

 

Nur 18 Selunden später lagen die Sea Devils erstmals in dieser Partie in Führung. Gleich den ersten Passversuch O’Sullivans las die Verteidigung der Hamburger perfekt. Brent Grimes (#25, Atlanta) fing den Ball ab und war nicht mehr aufzuhalten. Nach 35 Yards hatte er seinen zweiten Saison-Touchdown erzielt und Hamburg führte mit 24:21.

 

Frankfurt versuchte, umgehend zurückzuschlagen. Kurze Pässe auf Running Back DeCori Birmingham brachten einige Yards und ein neues First Down. Nach dem Two-Minute-Warning stand ein wichtiger dritter Versuch an. O’Sullivan hatte seine Anspielstation in Middleton gefunden. Doch Shawn Mayer (#23), Chef der Hamburger Defensive, verhinderte mit einem knallharten Hit einen vollständigen Pass. Nach dem Punt versuchte der Hamburger Angriff, noch weitere Punkte vor dem Pausenpfiff zu erzielen. Dies gelang nicht und zur Halbzeit führten die Sea Devils mit 24:21.

 

Halbzeit zwei begann mit einem weiteren guten Return der Gastgeber. Josh Davis (#82) trug den Ball bis an die 40 Yard Linie. Anschließend fing er auch Bramlets ersten Pass in Durchgang zwei. Hollings lief über 6 Yards bis in die Frankfurter Hälfte. Maxwell fing dann einen 10 Yarder von Bramlet. Nach einem kurzen Lauf über Hollings und einer 5 Yard Strafe gegen Frankfurt fing Davis einen 8 Yard Pass. Dann bediente Bramlet Pinkard über die Mitte für 13 Yards Raumgewinn. Hollings lief anschließend bis an die 4 Yard Linie Frankfurts. Der zweite Versuch brachte nichts ein. Der dritte Versuch misslang ebenfalls, da Davis einen hart geworfenen Pass seines Quarterbacks nicht fangen konnte. Dennoch gab es Punkte. Andrus traf aus 23 Yards und erhöhte die Führung auf 27:21.

 

Auch den Gästen gelang ein guter Kickoff Return. O’Sullivan und Co. starteten an der eigenen 45 Yard Linie. Nach einem 9 Yard Pass auf Middleton fand O’Sullivan seinen Tight Petrowski für einen Raumgewinn von 42 Yards. An der 4 Yard Linie stehend kamen sie in drei Versuchen dank guter Tackles von Byron Hardmon (#42), Gary Gibson (#95) und Hargrave aber keinen Millimeter voran. Kicker Rhys Lloyd ließ den Hamburger Vorsprung dank seines 22 Yard Fieldgoals auf drei Zähler schrumpfen. Die Sea Devils führten Mitte des dritten Viertels mit 27:24. Die Sea Devils konnten anschließend nicht punkten und Frankfurt erhielt eine neue Chance. Mit zwei langen Pässen führte O’Sullivan seine Mannschaft erneut tief in die gegnerische Hälfte. Wieder gab es einen wichtigen dritten Versuch und wieder machte Hamburgs Defensive dicht. O’Sullivan wich dem Druck der Defensive Line aus und warf Richtung Endzone. Da wartete aber schon der japanische Safety Ryota Hori (#31). Der ging an der eigenen 12 Yard Linie ins Aus.

 

Nach zwei wenig erfolgreichen Spielzügen brachte ein Pass von Bramlet auf Jenkins bis an die 31 Yard Linie die Hamburger aus der Bedrängnis. Nach einem 3 Yard Lauf Allens erzielte die Frankfurter Defensive ihren ersten Turnover. Bramlet wurde bei dem Versuch, der Defensive Line der Gäste zu entfliehen, der Ball von hinten aus der Hand geschlagen. Nick Reid eroberte den Fumble an der Hamburger 30 Yard Linie. Nach einem Spielzug für Raumverlust und einem kurzen Pass rettete O’Sullivan den Drive mit einem Lauf an die 20 Yard Linie. Nach einem Lauf über Birmingham schoss Justin Kurpeikis (#97) durch die Line und sackte den Quarterback. Der Spielmacher zeigte sich wenig beeindruckt. Er warf einen Ball über 20 Yards in die Endzone. Dort wartete Aaron Hosack, der bislang in jedem Spiel gegen Hamburg punktete – so auch diesmal. Er fing den Ball trotz der Bedrängnis durch zwei Sea Devils und Frankfurt hatte die Führung zurückerobert. Zu Beginn des Schlussviertels stand es 31:27 für die Galaxy.

 

Hamburg begann mit einem unvollständigen Pass Bramlets und einem kurzen Lauf über Allen. Den wichtigen dritten Versuch verwandelte Hamburg mit einem 29 Yard Pass von Bramlet auf Jenkins. Ein 3 Yard Lauf und ein 6 Yarder von Bramlet auf Hollings brachte Hamburg einen vierten Versuch und 1 Yard zu gehen ein. Hollings erhielt den Ball – und schaffte es nicht. Frankfurt übernahm an der eigenen 36 Yard Linie. O’Sullivan zeigte, welch harter Hund er ist. Auch wenn Smith an seinem Wurfarm hing, brachte er einen Pass an. Wenig später brachte ein 9 Yarder auf Petrowski die Gäste in die Hamburger Hälfte. Vor allem bei den dritten Versuchen war O’Sullivan nicht zu stoppen. Wieder fand er eine Anspielstation. Vier Minuten standen noch auf der Uhr, als Frankfurt aufs Laufspiel setzte. Die Zeit lief gnadenlos herunter. Doch dank eines starken Tackles von Smith an O’Sullivan gab es keinen weiteren Touchdown für Frankfurt. Es gab nicht einmal weitere Punkte. Denn Lloyds Kick traf nur die Torstangen.

 

Etwas mehr als zwei Minuten waren noch zu spielen, als Hamburgs Offensive ein letztes Mal an den Ball kam. Ein 7 Yard Pass von Bramlet auf Maxwell und ein 5 Yarder auf Jenkins brachten ein First Down. Wenig später bediente Hamburgs Spielmacher Johnson über 17 Yards bis an die Mittellinie. Dann stand die AOL Arena Kopf. Bramlet warf einen tiefen Pass auf Maxwell. Der setzte sich gegen seinen Gegenspieler durch und punktete. Hamburg führte 48 Sekunden vor Schluss mit 34:31.

 

Dann überschlugen sich die Ereignisse. Andrus kickte bis in die gegnerische Endzone. Von dort warf Birmingham einen Pass – ein Regelverstoß. Nach den Regeln ist dies einem Safety gleichzusetzen. Hamburg führte nun sogar mit 36:31. Frankfurt musste nun kicken. Lloyd versuchte es mit einem kurzen Kick. Hamburgs Johnson war zur Stelle und eroberte den Ball an der Frankfurter 20 Yard Linie.

 

Stimmen:

 

Sea Devils Head Coach Vince Martino: „Ich bin unheimlich stolz auf unsere Jungs. Gerade nach den ersten Angriffsserien der Frankfurter, in denen wir keine Mittel gefunden haben, J.T. O’Sullivan zu stoppen, haben unsere Jungs sich nie aufgegeben. Am Ende der Begegnung lag es an den ein oder zwei Fehlern, die wir weniger gemacht haben und an einem Spielzug, den ich so noch nicht gesehen habe.“

 

Sea Devils Head Coach Vince Martino: „Jetzt ist es nur noch ein ganz kleiner Schritt Richtung World Bowl. Sollten wir es ins Finale schaffen, hat auch mein Vorgänger und guter Freund Jack Bicknell einen großen Anteil am Erfolg dieser Mannschaft.“

 

Galaxy Head Coach Mike Jones: „Man hat gemerkt, dass die Hamburger und ihre Fans unbedingt gewinnen wollten. Ich habe meinen Jungs in der Kabine dennoch gesagt, dass ich stolz auf die bin. Wir haben eben diesen einen Fehler mehr gemacht. Was sich DeCori Birmingham bei diesem Spielzug gedacht hat, kann ich mir nicht erklären.“

 

Sea Devils Wide Receiver Marcus Maxwell: „Ich bin völlig fertig und stolz, dass wir dieses Spiel noch gewonnen haben. Frankfurt hat uns alles abverlangt und ich denke, dass wir hier die beiden besten Teams der Liga gesehen haben.“

 

Splitter:

 

   

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Quelle: Pressemitteilung www.hamburg-seadevils.de